 |
|
Active Directory (Entwurf)
Druckversion
Inhalt:
Active Directory ist in einem Windows 2000-Netzwerk der Verzeichnisdienst,
der die zentrale Organisation und Verwaltung aller Netzwerkressourcen erlaubt.
Es ermöglicht den Benutzern über eine einzige zentrale Anmeldung den
Zugriff auf alle Ressourcen und den Administratoren die zentral organisierte
Verwaltung, transparent von der Netzwerktopologie und den eingesetzten
Netzwerkprotokollen.
Die Beschränkung von Windows NT 4.0 auf 40.000 Objekte existiert nicht
mehr, Active Directory kann Millionen von Objekten verwalten.
Unterstützte Technologien:
- DHCP - Dynamic Host Configuration Protocol - Zuordnung von IP-Adressen
(RFC 2131)
- (D)DNS - (Dynamic) Domain Name System - jeder W2k-Domänenname ist ein
gültiger DNS-Name (RFC 2052, 2163)
- SNTP - Simple Network Time Protocol - Zeitdienst (RFC 1769)
- LDAP - Lightweight Directory Access Protocol v3 - Verzeichniszugriff und
Verzeichnisschema (RFC 1823, 2247, 2251, 2252, 2256)
- LDIF - LDAP Data Interchange Format - Verzeichnissynchronisation
(IETF-Entwurf)
- Kerberos V5 - Authentifizierung (RFC 1510)
- X.509 v3-Zertifikate - Authentifizierung (ISO X.509)
- TCP/IP - Transmission Control Protocol/Internet Protocol (RFC 791, 793)
 |
|
|
- Definierter Name
- Jedes AD-Objekt hat einen definierten Namen, der die Domäne und den
Pfad in AD identifiziert und in der Gesamtstruktur eindeutig ist.
- CN: Common Name
- DC: Domain Component
CN=James Smith, CN=Users, DC=galad, DC=local
- Relativ definierter Name
- Ein Teil des definierten Namens, das ein Attribut des Objekts darstellt.
Muss innerhalb des Containers eindeutig sein.
RDN Benutzerobjekt: James Smith RDN übergeordnetes Objekt: Users
- User Principal Name (UPN)
- Besteht aus dem Anmeldenamen und dem DNS-Namen der Domäne.
- "Benutzerfreundlicher" Name, kann zur Anmeldung am Netzwerk
verwendet werden.
- Müssen eindeutig sein, wird von AD jedoch nicht erzwungen.
JSmith@galad.local
- Globally Unique Identifier (GUID)
- 128 Bit-Wert in hexadezimaler Darstellung, ist für jedes Objekt
eindeutig und wird auch bei Umbenennung und Verschiebung nicht geändert.
 |
|
|

- Schema und Objekte
Das Schema enthält die Definitionen aller in Active Directory
gespeicherten Objekte (Benutzer, Computer, ...) in Form von Klassen
bzw. Objektklassen. Eine Objektklasse ist eine Auflistung von
Attributen, die Informationen zur Beschreibung des Objekts enthalten.
Sämtliche möglichen Attribute (Name, Beschreibung, Standort, ...)
werden im Schema definiert. Jedes Attribut kommt nur einmal im Schema vor,
kann jedoch in mehreren Objektklassen verwendet werden. Objekte können
über die Attribute gesucht werden.
Die Gesamtstruktur besitzt ein einziges gemeinsames Schema, das bei
Änderungen auf alle Domänencontroller repliziert wird. Es ist in
einer Verzeichnispartition (Replikationseinheit) der Active Directory-Datenbank
gespeichert, wird als Active Directory-Objekt behandelt und hat den
definierten Namen:
CN=schema, CN=configuration, DC=Domänenname, DC=Domänenstamm
- Organisationseinheiten (OU - Organizational Unit)
Containerobjekte zur logischen administrativen Organisation und
Strukturierung von Objekten. Über eine verschachtelte Hierarchie von
OUs kann die Organisationsstruktur und/oder die Verwaltungsstruktur des
Netzwerks abgebildet werden. Jede Domäne der Gesamtstruktur kann eine
eigene OU-Hierarchie implementieren.
Die Objektverwaltung von Organisationseinheiten kann ganz oder teilweise
an bestimmte Benutzer und Gruppen zugewiesen werden, indem die entsprechenden
Berechtigungen für die OU erteilt werden. Innerhalb einer Domäne
können Objekte beliebig zwischen OUs verschoben werden, OUs können
beliebig geschachtelt und neu erstellt werden.
- Domänen
Eine Auflistung von Computern, die eine gemeinsame Verzeichnisdatenbank
nutzen. Alle Netzwerkobjekte existieren innerhalb einer Domäne, die
die jeweiligen Informationen darüber enthält. Eine Domäne
ist eine Sicherheitsgrenze, jede Domäne hat ihre eigenen
Sicherheitsrichtlinien und Sicherheitsbeziehungen zu anderen Domänen.
Ein Domänen-Administrator hat nur innerhalb seiner Domäne Rechte
und Berechtigungen.
Eine Domäne ist auch eine Replikationseinheit, jeder
Domänencontroller repliziert im Multimasterbetrieb die vollständigen
Verzeichnisinformationen für seine Domäne. Jeder DC kann
Änderungen durchführen und replizieren.
Eine Domäne kann im gemischten Modus oder im einheitlichen Modus
laufen. Per Default ist der gemischte Modus aktiv und unterstützt DCs
mit Windows NT. Wenn alle DCs mit Windows 2000 laufen, kann die Domäne
in den einheitlichen Modus konvertiert werden. Dies ergibt insbesondere
erweiterte Möglichkeiten bei der Gruppenverwaltung (Verschachtelung,
universale Gruppen). Die Konvertierung kann nicht rückgängig
gemacht werden; jede Domäne in der Gesamtstruktur kann unabhängig
von den anderen Domänen im gemischten oder im einheitlichen Modus
laufen.
- Struktur (Tree)
Eine hierarchische Anordnung von Domänen mit einem gemeinsamen,
hierarchisch strukturierten Namespace. Die Aufteilung in mehrere Domänen
kann unter anderem in folgenden Fällen sinnvoll sein:
- Unterschiedliche Kennwortanforderungen
- Große Anzahl an Objekten
- Unterschiedliche Internetdomänennamen (mehrere Strukturen)
- Replikationssteuerung
- Dezentralisierte Netzwerkverwaltung
Die erste in einer Struktur erzeugte Domäne ist die Stammdomäne
der Struktur. Weitere Domänen können als untergeordnete Domänen
zu vorhandenen zugefügt werden.
- Gesamtstruktur (Forest)
Hierarchische Anordnung mehrerer Strukturen ohne zusammenhängenden
Namespace. Alle Strukturen und damit Domänen einer Gesamtstruktur haben
gemeinsam:
- Konfiguration
- Schema
- Globaler Katalog
Die erste in einer neuen Gesamtstruktur erzeugte Domäne wird die
Stammdomäne der Gesamtstruktur. Sie enthält das Schema und die
Konfiguration.
 |
|
|
- Unidirektional, nicht transitiv
Wenn Domäne A der Domäne B vertraut, vertraut B nicht automatisch
A (unidirektional). Wenn A B vertraut und B vertraut C, so vertraut A nicht
automatisch C (nicht transitiv). Der Standard in Windows NT Domänen und
die einzige Möglichkeit bei Verbindung mit Windows NT Domänen oder
Windows 2000 Domänen einer anderen Gesamtstruktur.
- Bidirektional, transitiv
Wenn A B vertraut, dann vertraut B automatisch auch A (bidirektional).
Wenn A B vertraut, und B vertraut C, dann vertraut A automatisch C und
umgekehrt (transitiv). Die Standardeinstellung zwischen Windows 2000
Domänen in einer Gesamtstruktur und ein Feature des
Kerberos-Protokolls.
Die physische Struktur wird zur Konfiguration und Verwaltung des Netzwerkverkehrs
eingesetzt. Sie definiert, wo und wann Replikations- und Anmeldeverkehr stattfindet.
- IP-Subnetz
Computergruppierung aufgrund eines gemeinsamen IP-Adressbereichs. Wird
durch die Netzwerkstrukturen vorgegeben (physikalische Anbindung, Trennung
durch Router, ...), oder durch die Bereichszuordnungen der DHCP-Server.
Für ein IP-Subnetz wird von einer optimalen Verbindung der Computer
untereinander ausgegangen.
- Standort
Kombination eines oder mehrerer zuverlässig durch
Hochgeschwindigkeits-Verbindungen verbundener IP-Subnetze. Ein Standort kann
beliebig viele Subnetze beinhalten, ein Subnetz gehört jedoch nur zu
einem Standort.
Die Standortmitgliedschaft eines Computers wird für Clients dynamisch
aufgrund ihrer IP beim Einschalten festgelegt. Domänencontroller werden
bei der Active Directory-Installation einem Standort zugeordnet, können
aber manuell in einen anderen Standort verschoben werden.
Bei der Installation des ersten DCs der Domäne wird ein Standardstandort
erstellt, dem alle IP-Subnetze zugewiesen werden.
Da Domänen zur logischen Struktur gehören, müssen sich die
physische Struktur und die Domänenstruktur nicht entsprechen. Ein Standort
kann mehrere Domänen enthalten, eine Domäne kann mehrere Standorte
enthalten. Standorte und Domäne können voneinander getrennte Namespaces
haben.
- Domänencontroller
Computer mit Windows 2000 Server und einem Replikat der Verzeichnisdatenbank.
Verwaltet die Änderungen an den Verzeichnisinformationen und repliziert sie
auf die anderen DCs der Domäne. Verwaltet die Benutzeranmeldevorgänge,
die Authentifizierung und die Verzeichnissuche.
Jede Domäne muss mindestens einen DC enthalten. Mehrere DCs
gewährleisten die Verfügbarkeit und die Fehlertoleranz. Jeder Standort
sollte insbesondere bei geographischer Trennung über mindestens einen DC
verfügen.
DCs verwenden die Multimasterreplikation, alle DCs sind gleichberechtigt und
auf allen können Änderungen am Verzeichnis vorgenommen werden. Aufgrund
der Latenzzeiten bei der Replikation können dadurch jedoch kurzzeitig auf
verschiedenen DCs verschiedene Informationen vorhanden sein.
 |
|
|
- Server für den globalen Katalog
Ein Domänencontroller, der eine Kopie des globalen Katalogs verwaltet
und Abfragen verarbeitet. Der globale Katalog ist ein Repository von
Informationen. Er speichert die am häufigsten in Abfragen verwendeten
Attribute aller Objekte in Active Directory aus der Gesamtstruktur und kann
die Position dieser Objekte im Verzeichnis bestimmen. Er zentralisiert und
optimiert damit Suchanfragen von Benutzern.
Er ermöglicht außerdem die Benutzeranmeldung mit dem UPN aus
anderen Domänen heraus, in der das Benutzerkonto nicht bekannt ist.
Bei Anmeldung an einer Domäne im einheitlichen Modus stellt der globale
Katalog dem DC, der die Anmeldung verarbeitet, Mitgliedschaftsinformationen
der universellen Gruppe zur Verfügung. Steht kein globaler Katalog zur
Verfügung, kann sich der Benutzer anhand von zwischengespeicherten
Anmeldeinformationen an der Domäne anmelden, wenn er vorher bereits
angemeldet war. Ansonsten ist außer für Domänen-Admins nur
eine Anmeldung am lokalen Computer möglich.
Der erste in Active Directory erstellte DC wird Server für den globalen
Katalog, weitere können hinzugefügt werden.
- Einzelmasterbetrieb
Ein Betriebsmaster ist ein DC, der eine Einzelmaster-Betriebsfunktion
ausführt. Solche Vorgänge dürfen nicht auf mehreren DCs
gleichzeitig auftreten.
Der erste in der Gesamtstruktur erstellte DC übernimmt alle
Einzelmaster-Funktionen der Gesamtstruktur und der Stammdomäne. Der
erste in einer untergeordneten Domäne erstellte DC übernimmt die
domänenbezogenen Einzelmaster-Funktionen. Alle Rollen können auf
andere DCs übertragen werden.
Schemamaster
- Einer in der Gesamtstruktur.
- Steuert alle Aktualisierungen und Änderungen am Schema.
- Bei Ausfall können Administratoren keine Änderungen am Schema
durchführen, die Benutzer werden nicht beeinträchtigt.
- Übertragung in AD-Schema, nur wenn der alte Schema-Master
endgültig ausgefallen ist.
Domain Naming Master
- Einer in der Gesamtstruktur.
- Steuert das Hinzufügen und Entfernen von Domänen.
- Bei Ausfall können Administratoren keine Domänen in der
Gesamtstruktur erstellen oder entfernen, die Benutzer werden nicht
beinträchtigt.
- Übertragung in AD-Domänen und Vertrauensstellungen, nur wenn
der alte Domain Naming Master endgültig ausgefallen ist.
RID-Master
- Einer pro Domäne.
- Weist DCs der jeweiligen Domäne RID-Sequenzen zu. Eine RID-Sequenz
ist Teil der SID von Benutzer-, Gruppen- und Computer-Objekten. Die SID
setzt sich aus der Domänen-SID zusammen, die für alle Objekte
in der Domäne gleich ist, und der RID, die innerhalb der Domäne
eindeutig ist.
- Bei Ausfall können Administratoren keine neuen Objekte erzeugen,
wenn der DC alle vorhandenen RIDs aufgebraucht hat. Benutzer werden nicht
beinträchtigt.
- Übertragung in AD-Benutzer und Computer, nur wenn der alte RID-Master
endgültig ausgefallen ist.
PDC-Emulator
- Einer pro Domäne.
- Arbeitet als Primärer Domänen-Controller in Domänen mit
Computern ohne W2k-Client-Software oder mit DCs unter Windows NT 4.0.
In einer W2k-Domäne im einheitlichen Modus ist dies der bevorzugte
Empfänger von Replikationen von auf anderen DCs ausgeführten
Kennwortänderungen. Bei einer fehlgeschlagenen Anmeldung aufgrund
eines falschen Kennworts wird zunächst der PDC-Emulator befragt,
bevor die Anmeldung abgewiesen wird.
- Bei Ausfall werden speziell die Benutzer beeinträchtigt, die nicht
mit W2k-Clients arbeiten.
- Übertragung in AD-Benutzer und Computer, kann unmittelbar nach Ausfall
erfolgen und zurück übertragen werden, wenn der alte PDC-Emulator
wieder online ist.
Infrastruktur-Master
- Einer pro Domäne.
- Aktualisiert die Verweise von Gruppen zu Benutzern bei der Änderung
von Gruppenmitgliedschaften und Objektnamen und verteilt die Aktualisierungen
über die Replikation.
- Sollte auf einem Server liegen, der nicht den globalen Katalog enthält,
da sonst Inkonsistenzen bei domänenübergreifenden Verweisen nicht
identifiziert werden können. Sollte aber eine gute Verbindung zu einem
globalen Katalog haben, möglichst im gleichen Standort,
- Ein Ausfall macht sich für Administratoren bemerkbar, die umfangreichere
Änderungen in den Gruppenmitgliedschaften durchgeführt haben, die
Aktualisierungen werden verzögert. Benutzer werden nicht
beinträchtigt.
- Übertragung in AD-Benutzer und Computer auf einen Sever, der kein
Server für den globalen Katalog sein sollte. Kann später zurück
übertragen werden.
 |
|
|
Inhaltlicher Stand: 2001-11-09
 |
galad Webdesign 2001 - Alle Rechte vorbehalten
Von diesem Dokument dürfen im Rahmen von Schulungen Kopien für
die Teilnehmer angefertigt werden. Dieser Hinweis muß darauf enthalten
sein. Jede anderweitige kommerzielle Verwertung ist untersagt.
|
|
 |